Bärlauch
Bärlauch (Allium Ursinum) ist verwandt mit Schnittlauch, Knoblauch und Zwiebeln und schon seit Jahrhunderten als Würzkraut bekannt. Im Volksmund wurde er auch Wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Waldlauch u.a. genannt und erreichte in der Volksmedizin einen hohen Stellenwert.
Verwendung in der Volksmedizin:
- Bärlauch regelt Magen- und Darmstörungen, regt den Stoffwechsel an.
- Hilft bei Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Unwohlsein.
- Wirkt entzündungs- und infektionshemmend
- Gilt als Blutdrucksenkend und verbessert die Fließeigenschaften des Blutes
- Senkt den Blutfettwert und trägt so zum Verhindern einer Arterienverkalkung bei
- Hilft bei Leber- und Gallenbeschwerden
- Ideal für stillende Mütter die nicht auf Knoblaucharoma verzichten möchten. Knoblauch kann zu unangenehmen Blähungen des Kindes führen.
Seit einigen Jahren hat die moderne Küche den Bärlauch wiederentdeckt, so daß er jetzt in zahlreichen Produkten zu finden ist. Der Vorteil: Er schmeckt nach Knoblauch, aber man nimmt selbst nicht den typischen Geruch an.
Wild findet man ihn an Bachläufen und in lichten Wäldern. Bei der Ernte von wildem Bärlauch ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, Bärlauch kann sehr leicht mit den giftigen Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder dem Aaronstab verwechselt werden. Wir bieten daher den Bärlauch als Pflanze für Ihren eigenen Garten an.
Er bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Platz und eignet sich daher besonders gut zur Kultivierung unter Sträuchern und Bäumen. Bei der Pflanzung muss darauf geachtet werden, daß Wurzeln umstehender Bäume und Sträucher nicht verletzt werden. Der Boden sollte locker und humusreich sein. Natürlich ist auch eine Kultivierung im Kübel oder Kasten möglich.
Bärlauch erreicht eine Höhe von 20-40 cm und ist durch seine sternförmigen, weißen Blüten eine dekorative Staude für den Kräutergarten oder auch fürs Staudenbeet. Mit einem Blattaustrieb ist gegen März zu rechnen, je nach Witterung auch schon früher. Die Blütenbildung beginnt gegen April und endet im Juni. Vor der Blütenbildung sollte geerntet werden, wobei immer die frischen Blätter verwendet werden. Im ersten Jahr nur mäßig ernten und 3-4 Blätter an der Pflanze belassen. Nach der Blüte zieht die Pflanze wieder ein und treibt im darauffolgenden Jahr mit vielen neuen Trieben neu aus.
Im Frühjahr bieten wir Bärlauch auch als Samen an. Diese sind Kaltkeimer, d.h. sie brauchen Frost, um auszukeimen - eine Möglichkeit bei Frühjahrspflanzung ist eine Nacht im Tiefkühlfach. Samen mit feuchtem Sand mischen, in einen Plastikbeutel geben. 3 Wochen bei 15-20 Grad plus lagern, dann bei +2 bis -4 Grad etwa 4-6 Wochen lagern. Danach mäßig warm kultivieren.
Bärlauch ist vielseitig. Er eignet sich hervorragend zum Verfeinern von Quarkspeisen, Salaten und warmen Gerichten. Er lässt sich gut zu einem Gewürzöl, Pesto oder einer Kräuterbutter verarbeiten, ebenso kann man ihn einfrieren. Nach dem Auftauen ist er nicht mehr ganz so "knackig", aber zum Würzen in warmen Gerichten sehr gut zu verwenden. Wer etwas besonderes ausprobieren möchte, schneidet den frischen Bärlauch in feine Streifen oder Stücke und gibt ihn einem Brotteig bei.