Spargel
Spargel zählt schon seit der Antike zu dem wertvollsten Gemüse, wenn auch der Anbau des Geschmacks wegen erst später erfolgte. Die Griechen setzten Wildspargel hauptsächlich als Heilpflanze für verschiedene Krankheiten ein. Es waren (mal wieder) die Römer, die den Spargel erstmals anbauten und als Gemüse schätzen lernten. Mittlerweile gilt Spargel fastweltweit als wohlschmeckendes, aber auch teures Gemüse. In Deutschland wird der weiße Bleichspargel höher geschätzt als in anderen Ländern, wo man den Grünspargel wegen des kräftigeren Geschmackes bevorzugt.
Spargel ist teuer, der Anbau und die Ernte aufwändig. Noch heute wird Spargel weitgehend von Hand gestochen, was wohl den hohen Preis rechtfertigt.
Man unterscheidet zwischen Bleichspargel (weiß), Grünspargel und auch Purpurspargel, wobei letzterer eher selten erhältlich ist. Die grüne bzw. purpurne Farbe erklärt sich dadurch, daß diese Spargel aus der Erde herauswachsen und so dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, während der Bleichspargel unter der Erde bleiben soll.
Der Standort sollte sonnig und geschützt sein, wichtig ist eine schnelle Erwärmung des Bodens. Der Boden muss humos, tiefgründig und leicht sandig sein. Durch den Sandanteil erwärmt sich der Boden besser und die Stangen haben es leichter, durch den Boden zu treiben. Um den Boden vorzubereiten, im Herbst vor der Pflanzung den Boden gut 70 cm umgraben und reichlich Kompost oder Torfmull sowie je 100 g Thomasphosphat und Kalidünger, je Quadratmeter einarbeiten.
Niemals Spargel auf Spargel pflanzen! Denn gerade bei Spargel ist mit großen Ertragseinbußen zu rechnen. Selbst nach über 10 Jahren hat sich Boden nicht ausreichend regeneriert.
Die Gräben werden im Abstand von 1,50 m, 30-40 cm Tiefe und etwa 30 cm Breite ausgehoben, die ausgegrabene Erde an der Seite aufgeschüttet.
Die Spargelwurzeln sollten möglicht umgehend gepflanzt werden. Ist dies nicht möglich, kühl und trocken lagern. Die Wurzeln werden den Graben gesetzt und die Erde ca. 10 cm aufgefüllt, anschließend gegossen. Die Spitze der Wurzelköpfe muss etwa 15 cm unter der Erde liegen. Dann nur noch regelmäßig gießen und Unkraut entfernen. Welkes Laub wird im Herbst abgeschnitten, verbrannt oder in der Biotonne entsorgt, damit sich keine Krankheiten ausbreiten können.
Ab dem 2. Standjahr wird im Sommer ein Volldünger gegeben und der Graben langsam wieder aufgefüllt, sofern dies nicht schon von selbst passiert ist.
Ab dem 3. Standjahr werden im zeitigen Frühjahr die Dämme angeschüttet, etwa 20-30 cm hoch, unten 70-80 cm breit, oben 50 cm breit. Im 3. Standjahr, ab etwa Mai kann die Ernte beginnen. Der richtige Zeitpunkt ist erreicht, wenn die erde durch die Köpfe unter der Erde leicht angehoben wird und bricht. Die Stangen sollten jetzt eine Länge von etwa 20 cm erreicht haben. Spargelstangen freilegen und abschneiden, die Löcher anschließend wieder mit einer Kelle schließen. Da Spargel bei günstiger Witterung sehr schnell wächst, kann dann täglich geerntet werden. Der letzte Erntetag ist traditionell der 24. Juni, damit die Pflanzen genügend Zeit zur Regeneration finden. In den darauffolgenden Jahren kann wieder geerntet werden, bei guter Pflege bis zu 10 Jahre lang.
Die Arbeit des Dämme Aufschüttens fällt nur bei Bleichspargel an, bei dem Grün- und Purpurspargel kann man sich diese Arbeit sparen.
Sicherlich haben Sie schon gesehen, daß über Spargelfeldern schwarze oder transparente Folie ausgelegt wird. Durch die speziell entwickelte, transparente Folie wird der Erntebeginn beeinflusst, da der Boden länger warm bleibt. Die schwarze Folie dient nur dazu, daß der Bleichspargel keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird, denn nur wenige Minuten an der Sonne bewirken, daß sich die weißen Spargelköpfe violett färben. Auf den Geschmack hat dies keinen Einfluss, es ist eher eine Frage der Optik.